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aufmerksame Zuhörer beim Vortrag eines Rechtevermarkters

versehentliche Abschaffung der kombinierten Damen/Herren-WM

Ergebnis der Abstimmungswiederholung

Freitag, 6. September 2019

Bericht vom Kongress der Worldbowling in Las Vegas

Wahl eines neuen Vorstandes Änderungen im Spielmodus bei Weltmeisterschaften beschlossen

World Bowling Congress 2019

 

Alle zwei Jahre findet die Versammlung aller nationalen Mitgliedsverbände von World Bowling als weltweitem Dachverband für Bowling und Kegeln statt. DKB und DBU wurden bei der zwischen Damen-WM und Senioren-WM terminierten Veranstaltung vertreten durch DBU-Sportdirektorin Martina Beckel und DBU-Schatzmeister Florian Fister. Bemerkenswert: die Disziplin Ninepin (Kegeln) war weder durch einen einzigen Funktionär vor Ort vertreten noch wurde auf der gesamten Veranstaltung ein einziges Wort über Ninepin verloren.

 

Nicht neu war in diesem Jahr der Austragungsort im South Point Las Vegas (USA), denn auch die Versammlung 2017 fand bereits an gleicher Stelle statt. Anders als zuletzt standen neben zahlreichen Änderungsanträgen zu den Statuten diesmal aber auch Neuwahlen des Präsidiums an.

 

Zunächst präsentierte die Direktorin des IOC Irina Gladkikh den rund 80 Delegierten Kriterien und Meilensteine für eine mögliche Aufnahme von Bowling in das olympische Programm, frühestens zu den Spielen 2028 in Los Angeles. Auch weitere Vorträge verschiedener Sportrechtevermarkter und Bewegtbildagenturen gaben ähnliche, wenn auch beileibe keine neuen Impulse: Bowling muss sich einfacher, jünger und dynamischer präsentieren, um gegenüber anderen Sportarten bestehen zu können. Diese Anregungen sollten im anschließenden offiziellen Teil des Kongresses allerdings nur teilweise umgesetzt werden.

 

Neben diversen Formalien standen insgesamt 23 Anträge zur Abstimmung. Bedeutsam aus deutscher Sicht waren darunter: Dual Lane Conditions – alle Weltmeisterschaften ab 2020 werden wieder mit zwei verschiedenen Ölbildern ausgetragen. Details legt das Tournament Committee von World Bowling noch fest. Neuer Spielmodus der kombinierten Damen/Herren-WM (nächste Ausgabe 2021 in Kuwait) – der Einzelwettbewerb wird nicht mehr auf Gesamtpins, sondern von Beginn an im Round-Robin-Modus in 24 Achter-Gruppen ausgetragen, von denen sich nur die Gruppensieger für die zweite Round-Robin-Runde mit 4 Sechser-Gruppen qualifizieren. Die Gruppensieger spielen im Halbfinale und Finale um die Medaillen. Doppel, Trio und Team werden jeweils im Baker-System analog ausgetragen. Insgesamt nehmen nur noch 32 statt bislang 36 qualifizierte Nationen teil. Dieses Spielsystem kommt künftig auch bei der Einzel-WM (nächste Ausgabe 2020 in Las Vegas) zur Anwendung, wobei die Gruppengröße hier von der Anzahl der gemeldeten Teilnehmer abhängt. Auf Antrag Japans wird eine zusätzliche Altersklasse „Grand Senior“ bei der Senioren-WM ab 2021 (Las Vegas) eingeführt. Die Anzahl der möglichen Teilnehmer in den künftigen Altersklassen 50 bis 65 Jahre und über 65 Jahre (Grand Senior) wird noch festgelegt.

 

Anträge der europäischen Zone (ETBF) wie beispielweise eine drastische Senkung der Ausrichtergebühren von derzeit bis zu 150.000 Euro für die Durchführung einer Weltmeisterschaft wurden von der üblichen Allianz der asiatischen und der amerikanischen Nationen weitgehend blockiert. Angenommen wurde lediglich der ETBF-Vorschlag, bei der getrennt ausgetragenen Damen- bzw. Herren-WM den Teamwettbewerb von Beginn an im Baker-System (über 20 Spiele) auszutragen. Kurioserweise fand auch der Antrag der ETBF zur Abschaffung der kombinierten Damen/Herren-WM zugunsten einer zweijährigen Austragung einer eigenen Damen- und Herren-WM zunächst eine knappe Mehrheit. Mehrere Nationen reklamierten unmittelbar nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses jedoch, bei der Stimmabgabe irritiert worden zu sein. So wurde zunächst beschlossen, die Abstimmung zu wiederholen und der Antrag dann wie von der asiatisch/amerikanischen Versammlungsleitung vorgeschlagen abgelehnt (siehe Fotos).

 

Die abschließenden Neuwahlen brachten keine Überraschungen. So unterlag Herausforderer Perttu Jussila (Finnland) dem zur Wiederwahl stehenden Präsidenten Sheikh Talal M. Al-Sabah (Kuwait) deutlich. Neue Vizepräsidenten sind Martin Faba (Costa Rica) und Marios Nicolaides (Zypern).

 

Nach einer insgesamt neunstündigen Veranstaltung verabschiedete der CEO von World Bowling Kevin Dornberger alle Delegierten und rief zur zahlreichen Teilnahme am nächsten Kongress 2021 in Kuwait auf.

 

Florian Fister

 

 
 

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